Carlsberg: Pflege - rund um die Uhr Die Kinderscheune: Ein Heim, das bleibt

"Jedes Kind ist eine lebendige Geschichte, die es zu verstehen, lieben und auch auszuhalten gilt!" – so das Leitbild von Familie da Trindade, die heute zu zwölft unter einem Dach lebt.

Kinder der Familie Trindade (Foto: SWR)

Schon als frisch verliebtes Teenagerpaar hatten Andreas und Daniela den gemeinsamen Traum von einer Großfamilie, aber noch keine Ahnung, worauf sie sich einlassen würden. 2001 kam ihr erster Sohn zur Welt, darauf folgten vier weitere Kinder. Doch damit nicht genug – die beiden wollten auch anderen Kindern ein liebevolles Zuhause schenken und nahmen Pflegekinder auf. Damit kamen auch die ersten Hürden: alkoholabhängige Eltern, straffällige Eltern, traumatisierte und durch Gewalt beeinträchtigte Kinder. Aber noch heute – nach nun mehr 20 Pflegekindern ‒ sagen sie überzeugt: "Familie ist voll unser Ding."

"In selbstsichere Kinderaugen schauen – das nährt unseren Alltag!"

Familie Trindade (Foto: SWR)

Nach 20 Jahren beim Softwarehersteller SAP beendet Andreas 2016 seinen Job als internationaler Manager und setzt alles auf das Familienmodell "Kinderscheune", in dem mit Unterstützung von Herzenssache acht Pflegekinder ein stabiles und liebevolles Zuhause finden sollen. Zusätzlich ist ein Notaufnahmeplatz vorgesehen. Dieses Konzept könnte Modellcharakter haben, denn hier sollen Pflegekinder leben, die eine Rundum-Betreuung benötigen und für Pflegefamilien nicht tragbar sind. Zu schwer wiegen ihre Traumata.

In der Kinderscheune bekommen sie professionelle, therapeutische Begleitung. Auf dem schönen Gelände gibt es außerdem erlebnispädagogische Angebote, in denen sie Kontakte zu Kindern aus der Region knüpfen können. So werden sie wieder genug Urvertrauen aufbauen, um nach einigen Jahren in Pflegefamilien leben zu können. Durch die verschiedenen Tagesangebote kommt das Projekt rund 120 Kindern zugute.

Großfamilie als Lebensaufgabe. Nachdem Sozialpädagogin Daniela da Trindade bereits lange mit verhaltensauffälligen Jugendlichen gearbeitet hatte, gründete sie 2007 eine Elternschule in Carlsberg. Gemeinsam mit ihrem Ehemann machte sie die Ausbildung zum systemischen Familientherapeuten. 2013 kam die Anfrage des örtlichen Jugendamtes, ob das Ehepaar nicht als freier Träger Pflegefamilien beraten, betreuen und Pflegekinder für die Jugendämter vermitteln möchte. So gründete das Paar die villa familia gGmbH, die inzwischen auch eine Wohngruppe für junge Mütter beinhaltet.

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