Illingen: Ferien für Familien mit pflegebedürftigen Kindern Auszeit vom kräftezehrenden Alltag

Robin und seine Familie leisten Unglaubliches: Jeder Tag ist ein Kampf. Ein spontanes und unbeschwertes Familienleben ist einfach nicht drin, oft funktionieren sie einfach nur noch.

Maria und Bruder Robin (Foto: SWR)

Der kleine Robin ist körperlich und geistig behindert. Er kann schlecht sehen und nicht sprechen. Mehrmals täglich leidet er unter Krampfanfällen. Mit seinen 13 Jahren ist seine genaue Diagnose trotz zahlreicher Untersuchungen in Spezialkliniken noch immer unklar. Robin wird größtenteils über eine Magensonde ernährt. Seine Familie versorgt ihn rund um die Uhr, auch nachts. Der ganze Alltag ist auf ihn abgestimmt. Eine schwierige Situation, denn seine Schwester Maria muss deshalb oft zurückstecken. Und auch die Eltern müssen auf einiges verzichten, damit sie sich um Robin kümmern können.

Der ganzen Familie eine Auszeit schenken…

Die Familienherberge Lebensweg ermöglicht Familien mit schwerkranken oder behinderten Kindern eine gemeinsame Auszeit vom kräftezehrenden Alltag. Herzenssache wird den Aufbau der Einrichtung unterstützen und die Personalkosten für einen Sozialpädagogen übernehmen, der Geschwister und Eltern betreut und begleitet. Dies wird nicht von den Sozialkassen übernommen und die Familien sollen durch den Aufenthalt nicht noch weiter finanziell belastet werden. Medikamente und spezielle Therapien nagen ohnehin schon an der Familienkasse.

Die Eröffnung ist im Frühjahr 2018 geplant. Ab dann erhalten erkrankte Kinder eine Rundum-Pflege und die Eltern können jeden Tag entscheiden, ob sie Zeit als Familie verbringen oder sich mal nur den Geschwisterkindern widmen möchten.

Kurzzeitbetreutes Wohnen – was ist das?
In der Familienherberge können sich Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern eine Auszeit nehmen. Die Besonderheit ist, dass die Betreuungsangebote auf die ganze Familie abgestimmt sind, nicht nur auf das erkrankte Kind. Die Familienherberge Lebensweg schließt mit ihrem Konzept eine wichtige Versorgungslücke und bietet bei Vollauslastung und einem durchschnittlichen Aufenthalt von zehn Tagen jährlich Entlastung für rund 1.200 Personen.

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