Geislingen: Ein Herzenssache-Kinderhaus in der Oberstadt 1:0 für Kinder wie Fabio und Angelo

Jürgen Klinsmann ist in Geislingen aufgewachsen und er pflegt immer noch Kontakte dorthin. Jetzt möchte er seiner Heimatstadt etwas zurückgeben: ein Herzenssache-Kinderhaus.

Fabio und Angelo vor Eingang (Foto: SWR)

Fabio und Angelo sind acht und zehn Jahre alt und sie spielen am liebsten das, was fast alle Jungs in ihrem Alter gerne spielen: Fußball! Die beiden wachsen bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf, die derzeit dazu noch arbeitslos ist. Der Papa ist in ihrem Leben leider nicht präsent. Beide besuchen die soziale Gruppenarbeit, die ihnen hilft, Hausaufgaben zu machen und ihre soziale Kompetenz zu stärken, denn besonders Fabio geriet schnell in Streitereien mit Mitschülern. Gerne würden die beiden nachmittags Freunde noch häufiger Freunde treffen und zusammen spielen, am besten an einem geschützten Ort, damit sich ihre Mutter keine Sorgen machen muss. Und wenn sie dann in "ihrem" Herzenssache-Kinderhaus ihr Idol Jürgen Klinsmann einmal persönlich treffen könnten, dann wäre das das Allergrößte!

Ein Gemeinschaftsprojekt für die Region

Gemeinschaftsprojekt (Foto: SWR)

Fußballidol Jürgen Klinsmann gehört eine zentral gelegene Ladenfläche, in der bis vor kurzem noch ein Sportgeschäft war. Diese 500 Quadratmeter wird er mietfrei für das neue Herzenssache-Kinderhaus zur Verfügung stellen.

In einem Workshop mit mehr als 50 Teilnehmern wurden bereits gemeinsame Nutzungsideen entwickelt: Zielgruppe sind Kinder zwischen 6 und 12 Jahren aus der Oberstadt, einem Viertel mit einem hohen Migrationsanteil und vielen Familien mit Hartz IV-Bezug. Eine wachsende Zahl von Kindern hängt hier auf der Straße rum. Dem will das Kinderhaus entgegenwirken. Es soll ein offenes Angebot sein, in dem Kinder ohne vorherige Anmeldung kostenlos mitmachen können. Herzenssache möchte die Personalkosten für die Kinderhaus-Leitung drei Jahre lang sicherstellen.

Auf rund 300.000 Euro werden die Umbau- und Renovierungskosten geschätzt, die laufenden Kosten auf 170.000 Euro pro Jahr. Nur gemeinsam – so die Devise – ist es möglich, das Projekt zu stemmen. Die Stadt wird sich mit rund 100.000 Euro pro Jahr beteiligen. Den Rest will die Agapedia-Stiftung durch Spenden aus der Region finanzieren.

Herzenssache fördert dieses Projekt, weil…

  • es hier viel zu wenig Angebote für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren gibt
  • fast alle Geislinger Kinder- und Jugend-Vereine und die Stadt mit Finanzmitteln und Eigenleistungen beteiligt sind
  • die Agapedia-Stiftung seit 2010 zeigt, dass ihr Kinderhauskonzept greift: das Haus in Esslingen ist inzwischen ein beliebtes Kinderzentrum
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