Freiburg: Eine Kinderklinik der Zukunft Lebenszeit statt Wartezeit

Familien mit kranken Kindern verbringen viel Zeit im Krankenhaus und in der Ambulanz. Damit das Leben trotzdem weitergeht, plant die Kinderklinik einen Neubau mit einem ganz neuen Konzept.

Beispiel des Warteraums (Foto: SWR)

Ein Krankenhaus für die Region

Ob Behandlungsraum, Wartezimmer, Küche oder Arztzimmer – der strukturelle Aufbau und die Gestaltung aller Bereiche der neuen Klinik orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen der Patienten. Herzenssache wird den Verein mit 500.000 Euro bei der Ausstattung des Spielbereichs im sogenannten Anti-Warteraum unterstützen. Der Anti-Warteraum ist ein Aufenthaltsbereich, der Kindern, Jugendlichen und Eltern genau die Ablenkung und Entlastung bietet, die sie gerade benötigen. Kinder von 0-16 Jahren werden hier eine Spielfläche mit einem Herzenssache-Wald finden – darin gibt es z.B. einen Flüsterbaum, einen Traumbaum und einem Wunschbaum.

Familien sollen die Zeit in der Klinik oder in der Ambulanz nicht als Ausnahmezustand, sondern als eine Zeit verstehen, in der das Familienleben weitergeht. Kinder und Geschwisterkinder können hier spielen, ihre Hausaufgaben machen oder sich einfach zurückziehen. Die Eltern können sich bei einem Kaffee unterhalten oder an eigens eingerichteten Arbeitsplätzen Mails checken und arbeiten.

Beispiel Außenansicht (Foto: SWR)

Um sich konsequent auf die Bedürfnisse der Patienten einzustellen, werden sich alle, die in dieser Klinik künftig arbeiten, umstellen und auch auf lieb gewordene Gewohnheiten und Privilegien verzichten. Es wurden Flächen zusammengelegt und verkleinert, um Raum für die neuen innovativen Angebote zu gewinnen. So wird es zB. Keine individuellen Ober- oder Chefarztzimmer geben, sondern eine Fläche mit Arbeitsplätzen, an denen die Ärzte miteinander im Austausch sind. Es wird keine Spielzimmer mehr geben, sondern stationsübergreifende Spielbereiche für kleinere Kinder und Aufenthaltsbereiche speziell für Jugendliche. Es wird keine Cafeteria mit strikten Öffnungszeiten geben, sondern zwei Familienbuffets mit einem kindgerechten Essensangebot, in dem Eltern und Kinder gemeinsam essen können. Diese neue Ausrichtung erfordert ein umfassendes Umdenken – für die Mitarbeiter genauso wie für die kleinen Patienten und Angehörigen.

Spatenstich für die neue Kinderklinik in Freiburg

Mit dem Spatenstich am Montag, den 15. Oktober 2018 haben die Bauarbeiten für die neue Kinderklinik in Freiburg begonnen. Groß und Klein haben tatkräftig unterstützt - darunter auch Patienten und Patientinnen der bereits bestehenden Kinder- und Jugendklinik. Herzenssache Vorstandsmitglied Martin Hettich (Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Baden-Württemberg) und Herzenssache Geschäftsführerin Gitta Haucke waren ebenfalls anwesend bei diesem wichtigen Schritt.

Spatenstich in Freiburg (Foto: SWR)

Zeit für Veränderungen!

Alexander Spitz, der mehrfache Paralympics-Sieger und Weltmeister im Behindertenskisport wuchs mit fünf Geschwistern in Menzenschwand im Schwarzwald auf. Als Zehnjähriger erhielt der die Diagnose Knochenkrebs, sein rechtes Bein musste in der Freiburger Kinderklinik amputiert werden. Nach der Entlassung musste er immer wieder zur Chemotherapie.

Noch heute erinnert er sich daran, wie bedrückt seine Mutter war, als sie aus dem hohen Schwarzwald nach Freiburg runter musste, während seine fünf Geschwister alleine blieben. Sein Zimmer von damals hat bei seinem letzten Besuch vor wenigen Monaten gleich erkannt und sagt: "Außer der Farbe hat hier sich nichts verändert". Das soll sich jetzt ändern! Deshalb setzt sich Alexander Spitz als Botschafter für das neue Konzept ein.

Paralympics Sieger Alexander Spitz (Foto: SWR)
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