Leonberg: Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche Viel mehr Freunde und keine Strafen mehr

Yaser geht jetzt in die vierte Klasse. Lange fiel es ihm schwer, Gefühle richtig auszudrücken, das brachte ihm viel Ärger ein. Das Kindertraining hat ihm sehr geholfen.

Schulkind Jesse (Foto: Herzenssache)
Herzenssache

Yaser ließ sich leicht provozieren. Das führte dazu, dass er fast täglich körperliche Auseinandersetzungen mit anderen Kindern hatte. Im Kindertraining lernte er innerhalb einer Projektwoche spielerisch, was negative Worte und Ausgrenzung bei anderen auslösen, aber auch was gute Worte und Freundschaft bewirken. Yaser hat in kurzer Zeit gelernt, wie er seine Bedürfnisse richtig ausdrücken kann. Yaser würde sich riesig freuen, regelmäßig in ein Training gehen zu können, weil er den Unterschied selbst merkt: „Seit dem Training habe ich keinen Streit mehr, ich habe mehr Freunde und das Beste: Ich bekomme keine Strafen mehr.“

Schule - ein festes Kapitel in der Kriminalstatistik

In der jährlichen Kriminalstatistik ist das Thema "Schule" längst ein festes Kapitel. Seit 2013 registrieren alle Bundesländer einen drastischen Anstieg von körperlicher und verbaler Gewalt, am deutlichsten bei schwerer Gewalt und Körperverletzung. Auch Bedrohungen nehmen zu. Das geht aus der Statistik der Kriminalämter 2018 hervor. Kein Wunder, dass Marc Stäbler, Gewaltpräventionstrainer aus dem Seehaus e.V. mit seinem dynamischen Präventionstraining häufig an Schulen und Jugendeinrichtungen gerufen wird. Innerhalb von zwölf Monaten wurden schon 1.200 Kids geschult. Der Träger möchte auf die Nachfrage reagieren und dieses Angebot weiter ausbauen. Dabei werden auch junge Strafgefangene aus dem Modellprojekt „Gefängnis ohne Mauern“ eingebunden. Sie können authentisch berichten, wohin es führt, wenn es nicht gelingt, aus der Gewaltspirale auszusteigen. Zusätzlich will der Verein eine Sozialpädagogin anstellen, die sich vor allem um Kinder in Kindergärten und Grundschulen kümmern wird. Herzenssache möchte diese wichtige Aufbauarbeit in den nächsten drei Jahren finanzieren und die Personalkosten sowie die Kosten für ein Fahrzeug übernehmen. Danach soll sich die Arbeit durch Kursgebühren selbst tragen.

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