Singen: Gemeinsam schmeckt's besser Ein Netzwerk gegen Kinderarmut

Einmal pro Woche gemeinsam frühstücken - das ist viel zu wenig, finden Melina, Laurin und Antonio. Sie können es kaum abwarten bis in ihrer Kita endlich wieder Frühstückstag ist.

Melina, Laurin und Antonio (Foto: Herzenssache)
Herzenssache

Die Geschwister Melina und Laurin und auch ihr Freund Antonio wachsen in Familien auf, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen. Die Eltern von Melina und Laurin leben von Hartz IV, die Mutter hat wegen einer Erkrankung einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt und der Papa hilft im Haushalt mit. Die Eltern von Antonio haben keine Ausbildung und arbeiten beide im Niedriglohnsektor. Und so entlastet das regelmäßige Frühstück in der Kita St. Nicolaus mitten in einem Singener Brennpunktviertel in beiden Familien spürbar das Budget. Außerdem ist es ein schönes Gemeinschaftserleben für die drei, die sich immer schon im Voraus auf das leckere und gesunde Büffet für alle freuen. 

Ein Stadtteil mit einem Migrationsanteil von gut 70 Prozent

Kinderchancen Singen – das ist ein Netzwerk aus 41 sozialen Initiativen und Verbänden, Schulen und Kindertagesstätten, Unternehmen und der Stadt Singen. Das kostenlose Kinderfrühstück an Schulen und Kitas in ganz Singen ist ein wesentlicher Baustein des Angebotes. Doch ausgerechnet in der Kita St. Nicolaus, die mitten in einem Brennpunktviertel liegt, bröckelt es, denn ein großer Geldgeber ist als Spender weggebrochen. Deshalb möchte Herzenssache einspringen und dazu beitragen, das Kinderfrühstück hier für die nächsten drei Jahre statt einmal sogar zweimal pro Woche anzubieten. Neben den gemeinsamen Mahlzeiten vermitteln die Pädagoginnen auch, dass man mit einem Frühstück besser in den Tag starten kann und Essen in der Gemeinschaft einfach Spaß macht. Das zeigt bereits Wirkung, denn einige Kinder fragen auch schon zu Hause nach frischem Obst und Gemüse. Die ehrenamtlichen Helferinnen sind meist Mütter, die hier viel über kindgerechte Ernährung erfahren und darüber hinaus eine Aufwandsentschädigung erhalten, die dem knappen Familienbudget zugute kommt.

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