St. Leon-Rot: Das erste Petö-Förderzentrum im Südwesten Eines Tages selbständig laufen können

Johannes hat einen Traum: Er möchte selbständig laufen und klettern, so wie andere Kinder. Diesem Ziel ist er durch Petö und viel Geduld ein gutes Stück näher gekommen.

Johannes beim Laufen (Foto: Herzenssache)
Herzenssache

Johannes kam als Frühchen mit einem Gewicht von weniger als 1.000 Gramm zur Welt. Und so begann sein Leben mit einem langen Aufenthalt im Krankenhaus. Sein Gehirn war bei der frühen Geburt noch nicht ausgereift und so blieben psychomotorische Entwicklungsstörungen zurück. Heute ist er zehn und hat schon jede Menge Klinikaufenthalte und Therapien hinter sich. Seit seinem vierten Lebensjahr geht er regelmäßig ins Petö-Zentrum nach St. Leon-Rot. Von Anfang an macht ihm die Bewegung viel Spaß, genauso wie die Musik und das Zusammentreffen mit den anderen Kindern. Nach vielen Gruppen- und Einzelstunden sowie zusätzlichen Intensiv-Camps, kann er inzwischen beim Aus- und Einsteigen in den Rollstuhl mithelfen und seine Hände als Stütze einsetzen. Sein Traum vom Laufen rückt in greifbare Nähe.

Vom Elternverein zum ersten Petö-Zentrum in Baden-Württemberg

Durch eine große Summe aus dem RTL-Spendenmarathon konnte in St. Leon-Rot 2014 das erste Petö-Zentrum in Baden-Württemberg eröffnet werden. Rund 100 Kinder im Alter zwischen eineinhalb und 17 Jahren kommen regelmäßig hierher. Inzwischen gibt es eine so lange Warteliste, dass der Verein Fortschritt St. Leon-Rot einen dritten Anleiter, einen sog. Konduktor, einstellen möchte. Durch die personelle Verstärkung könnte Fortschritt nicht nur mehr Einzelstunden, sondern auch mehr Selbständigkeitscamps anbieten. In diesen Camps übernachten die Jugendlichen ohne ihre Eltern im Zentrum und lernen, wie sie mit ihrer Einschränkung im Alltag besser zurecht kommen. Die Eltern leisten einen Eigenbeitrag von 18 Euro pro Förderstunde, dies reicht aber bei weitem nicht, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Herzenssache will hier einspringen und den fehlenden Anteil der Stellenfinanzierung für die nächsten drei Jahre übernehmen.

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