Stuttgart: Nachsorge nach Krebs-Therapie Weiterleben nach dem Krebs

Das Leben nach der Therapie ist nicht wie vorher. Viviens Familie erfährt das am eigenen Leib. Mit den neuen Herausforderungen und Problemen fühlen sie sich allein gelassen.

Mädchen beim Hausaufgabenmachen (Foto: Herzenssache)
Herzenssache

Vivien ist 2012 an Leukämie erkrankt und musste mit einer Chemotherpaie behandelt werden. Dabei bekam sie einen Krampfanfall und fiel ins Koma. Als sie wieder aufwachte, konnte sie nicht mehr greifen, laufen, sitzen, sprechen oder schlucken. Begleitet von ihrer Mutter war sie sechs Monate in einer neurologischen Klinik, um das alles neu zu lernen - eine große Belastung für die ganze Familie. Heute ist Vivien zehn, geht zur Schule und versucht wieder ein normales Leben zu leben. Aber sie braucht Unterstützung und Therapie, um weiter Fortschritte zu machen. Viviens Mutter fühlt sich mit der Belastung oft allein gelassen.

Wichtige Unterstützung nach der Therapie

Im Raum Stuttgart erkranken jährlich rund 60-80 Kinder neu an Krebs. Während der Therapie sind die Familien gut in ein Netzwerk eingebunden, doch ist die Behandlung erst einmal abgeschlossen, tauchen neue Sorgen auf: Ängste vor einem Rückfall, Fragen zur Erziehung, Fragen zum Umgang mit den Krankheitsfolgen in der Schule. Doch wohin mit all den Fragen? Hier möchte der Förderkreis krebskranker Kinder ansetzen und mit Unterstützung von Herzenssache ein neues Nachsorge-Angebot aufbauen.

Dazu soll die Stelle eines qualifizierten Sozialpädagogen geschaffen werden, der sich eng mit den Psychologen und Sozialarbeitern der onkologischen Station des Olgahospitals abstimmt und dessen Arbeit dazu beiträgt, die Lebensqualität der ehemaligen kleinen Patienten zu verbessern. Die Beratung soll in den Räumen des "Blauen Hauses" stattfinden. Herzenssache hatte vor fünf Jahren den Großteil der Inneneinrichtung dieses Angehörigenwohnhauses finanziert.
Der Sozialpädagoge unterstützt die ganze Familie dabei, mit den Folgen der Erkrankung umzugehen, indem er auch bei Gesprächen in Kita, Schule oder Ausbildungsstelle zur Seite steht. Geplant sind außerdem Informationsabende und Freizeit- und Bewegungsangebote, um die Familien untereinander zu vernetzen. Nach den drei Jahren der Anschubfinanzierung will der Förderverein krebskranke Kinder e.V. die Stelle aus eigenen Mitteln weiter finanzieren.

Herzenssache fördert dieses Projekt, weil...

  • es im Raum Stuttgart rund 80 Familien gibt, die so ein Angebot benötigen
  • es in anderen großen Städten (u.a. München) bereits entsprechende Angebote gibt, die sehr gut angenommen werden
  • wir bereits seit über 5 Jahren gute Erfahrungen mit der Arbeit des Trägers machen
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