Mainz: Unterstützung für Alleinerziehende Wenn der Papa im Alltag fehlt

Solenie Maries Mama ist alleinerziehend und immer im Einsatz - im Haushalt, auf Arbeitssuche oder beim Kinderarzt. Sie wünscht sich für sich und ihre Tochter dringend Entlastung.

Unterstützung für Alleinerziehende (Foto: SWR)

Nina M. ist von Anfang an alleine für ihre Tochter zuständig und wünscht sich dringend Entlastung: "Meine Tochter ist eng an mich gebunden. So lieb ich sie habe, manchmal wünsche ihr mir Zeit, einmal in Ruhe etwas erledigen zu können." Auch Ausflüge am Wochenende gestalten sich mitunter belastend. "Wir wohnen außerhalb von Mainz und ich habe oft niemanden, der einfach einmal etwas mit ihr unternimmt." Da kein Kontakt zum Vater besteht und in der Kita fast nur Frauen arbeiten, fände ihre Mutter es toll, wenn Solenie-Marie eine männliche Bezugsperson hätte, die mit ihr auf den Spielplatz geht oder sie mit nach draußen nimmt. "Das wäre für uns beide eine schöne und neue Erfahrung."

Endlich Entlastung durch eine männliche Bezugsperson

Alleinerziehende leisten eine Menge: Sie versorgen ihre Kinder, gehen arbeiten, koordinieren  Haushalt und Kinderbetreuung. Das Risiko, in die Arbeitslosigkeit oder in Hartz IV zu rutschen, ist in dieser Gruppe fünfmal höher als in Familien mit Paaren. Herzenssache wird den Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) unterstützen und die Betroffenen in ihrer schwierigen Lebenssituation entlasten -  mit "Großen Brüdern" auf Zeit. Das sind männliche Studenten aus dem pädagogischen Bereich, die Alleinerziehende in Mainz im Alltag entlasten sollen. Die "Großen Brüder" sollen in der Freizeit regelmäßig etwas mit dem Kind unternehmen und mit der Zeit Vorbild und Vertrauensperson werden. Die jungen Männer werden sorgfältig ausgewählt und gründlich auf ihre Aufgabe vorbereitet. Sowohl die Studenten als auch die Familien werden vom Träger während der gesamten Laufzeit intensiv betreut und begleitet.  

Für die ausgewählten Familien ist das Angebot kostenlos, die Studierenden erhalten eine Aufwandsentschädigung. Für sie ist diese Tätigkeit also gleich in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn.

Fünfmal häufiger in Armut
Mehr als zwei Millionen Kinder wachsen in Haushalten von alleinerziehenden Elternteilen auf, hauptsächlich bei Müttern.  Das Armutsrisiko ist in dieser Gruppe fünfmal höher als in Familien mit Paaren, in den letzten Jahren hat sich die Situation sogar weiter verschlechtert. Die Quote steigt - und das obwohl die Erwerbstätigkeit seit Jahren zunimmt. (Quelle: Bertelsmann-Stiftung, September 2016)

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