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Ahmed und seine Freunde leben noch keine zwei Jahre in Deutschland und hoffen kommendes Jahr endlich ihren Hauptschulabschluss zu schaffen. Aber das Lernen zuhause belastet.

Ahmed und Fatima mit ihren Mitschülern auf einer Treppe (Foto: Herzenssache)
Herzenssache

Nicht nur mit den Sprachschwierigkeiten zurecht zu kommen, ist eine Herausforderung für die Jugendlichen. Auch das Lernen in beengten Wohnverhältnissen belastet die Schüler*innnen sehr. Durch die Pandemie sind sie gezwungen, verstärkt zuhause zu lernen, oft inmitten von vielen Geschwistern.

Ahmed machen die Enge und der Lärm zuhause enorm zu schaffen: „Es ist immer laut, auch nachts. Ich kann oft nicht schlafen.“ Durch den Lockdown und die reduzierte Lernhilfe waren die Jugendlichen vielfach auf sich alleine gestellt. Über Youtube haben sie versucht, sich Deutsch per Handy beizubringen. Aber vielen Jugendlichen wie Fatima fällt das schwer: „Um zu lernen ist es wichtig, in Kontakt zu sein.“ Das geht aber nur draußen. Deshalb soll das Lernen jetzt ins Freie verlegt werden.

Lernen an der frischen Luft

In der Landesaufnahmestelle für Vertriebene und Flüchtlinge in Lebach leben rund 1.000 Personen, darunter viele schulpflichtige Kinder aus 30 verschiedenen Herkunftsländern. Die Caritaseinrichtungen begleiten diese unter anderem mit einem Bildungscoaching, um Sprachdefizite aufzufangen und bei Hausaufgaben gezielt zu unterstützen. Zum Ausgleich gibt es ein buntes Freizeitprogramm. Jedoch erfüllen die Angebote nicht die vorgegebenen Schutz- und Hygienemaßnahmen. Daher möchte die Caritas mit Hilfe von Herzenssache einen Begegnungsraum im Außenbereich der Landesaufnahmestelle einrichten.

Der neue Treffpunkt soll nicht nur ausreichend Platz zum Lernen bieten, auch sollen hier regelmäßig Sport- und Kreativangebote stattfinden. Auch ein Open-Air-Kino ist im Gespräch. Die Gestaltung soll gemeinsam mit den Jugendlichen selbst entwickelt werden, um ihre Wünsche einzubeziehen und gleichzeitig die Kreativität zu fördern.

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