Kaiserslautern: Das Herzenssache-Mobil bringt Musik in den Brennpunkt Eine Perspektive für Kids in Kaiserslautern

Nicci ist ein Vorbild für viele. Doch mit seinem Trommeln kann er nicht einfach in die Straßenbahn steigen, um Kinder in Brennpunktvierteln für die Musik zu begeistern.

Nicci mit seinem Schlagzeug (Foto: Herzenssache)
Herzenssache

Niccis Familie stammt aus Ghana. Die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft spielte bei ihm Zuhause schon immer eine wichtige Rolle, mit Mutter und Schwester besucht er von klein auf regelmäßig den Gottesdienst. Als Vierjähriger setzt sich Nicci ans Schlagzeug der Gospelband. Der Leiter des Jugendtreffs entdeckt sein musikalisches Talent und fördert ihn. Doch professioneller Musikunterricht ist für die Familie nicht drin, deshalb springt der Förderverein der Emmerich-Smola-Musikschule ein. Schnell wird klar, dass Nicci nicht nur ein großes Talent mitbringt, sondern die Verbundenheit mit der Musik ihm auch Halt und Perspektive geben. Nicci bekommt sein eigenes Schlagzeug und Unterricht. Er bedankt sich mit unglaublichem Engagement: Er übt Tag und Nacht, hilft bei Veranstaltungen und packt an, wo er kann. Nicci schafft es in die Begabtenförderung der Musikakademie. Heute ist er 16 und möchte unbedingt die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule schaffen…

Raus aus dem Viertel, um neue Perspektiven zu entwickeln

Der Verein "Freunde und Förderer der Emmerich-Smola-Musikschule und Musikakademie" engagiert sich schon seit Jahren in den Brennpunktbezirken der Stadt. Dazu braucht der Verein dringend ein eigenes Fahrzeug, denn das Hin- und Herfahren mit Privatautos ist nicht mehr zu vertreten. Herzenssache will mit einem Kleinbus helfen, mit dem das musikalische Equipment in die Bezirke gebracht werden kann. Außerdem soll der Neunsitzer Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ermöglichen, an den rund 120 öffentlichen Veranstaltungen in der Musikschule in der Innenstadt teilzunehmen. Ein nachhaltig konzipierter Ansatz, denn die Erfahrung zeigt, dass viele Kids – wie Nicci – eine neue Perspektive für sich entwickeln, wenn sie ihren Wohnbezirk auch mal verlassen und erleben, dass es mehr gibt als das, was sie von Zuhause kennen.

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