Ludwigshafen: Entlastung für Ein-Eltern-Familien Wenn Alleinerziehende an ihre Grenzen kommen

Als Zofia mit 32 Jahren Mutter wird, ist sie mit ihrem kleinen Dominik ganz auf sich alleine gestellt. Nach acht Monaten wird bei ihr eine postnatale Depression diagnostiziert.

Zofia und Dominik (Foto: Herzenssache)
Herzenssache

Zwei Monate werden beide in einer Klinik betreut. Doch auch finanzielle Probleme und Angst vor der Verantwortung belasten die Alleinerziehende. Zu Dominiks Vater gibt es zunächst keinen Kontakt. Unterstützung findet Zofia schließlich bei Familie in Bewegung. Die Mitarbeiterinnen des Vereins bieten nicht nur kostengünstige Freizeitangebote für Mutter und Kind an, sie haben auch ein offenes Ohr für die Sorgen der Mütter. Und einfach ist der Alltag zu Hause nicht. Aufgrund der Kinderbetreuung kann Zofia nur halbtags arbeiten, doch das Gehalt reicht bei weitem nicht, um alle Fixkosten zu decken. Ausfälle wie Krankheiten des 5-Jährigen oder Schließzeiten der Kita muss Zofia alleine bewältigen. Aufgrund der finanziellen Belastung leben Mutter und Sohn meist zurückgezogen in ihrer Wohnung. „Das macht manchmal sehr einsam“, sagt Zofia. Beim Verein finden beide Anschluss zu Gleichgesinnten. Durch die Unterstützung gibt es wieder einen guten Kontakt zum Vater. Alle zwei Wochenenden geht Dominik jetzt zum Papa, das tut auch der Mama richtig gut.

Entlastung für Ein-Eltern-Familien

Für die Zukunft wünscht sich Zofia ein Betreuungsnetzwerk und Freizeitangebote mit männlichen Bezugspersonen, die Dominik im Alltag noch zu selten hat. Laut dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. ist fast jede fünfte Familie in Deutschland eine Ein-Eltern-Familie. Rund 2,2 Mio Kinder unter 18 Jahren leben bei einem alleinerziehenden Elternteil, davon fast 90 Prozent bei ihren Müttern. Das Kind alleine zu erziehen, ist selten der Lebenswunsch der Mütter, sondern oftmals die Folge einer gescheiterten Partnerschaft oder eines frühen Todesfalls. Alleine mit allem klar kommen zu müssen – das stellt hohe Anforderungen an alle, auch an die Kinder. Oft bleiben sie zu Hause auf sich allein gestellt, weil Mama arbeiten muss, um die Familie zu ernähren. Für Freizeitspaß fehlen Geld und Zeit. Der Verein Familie in Bewegung ist seit vielen Jahren Anlaufstelle für Ein-Eltern-Familien, rund 2.000 Familien konnten bislang effektiv unterstützt werden. Die Mitarbeiterinnen wissen, wie wichtig ein niederschwelliges und vor allem regelmäßiges Angebot für die Zielgruppe ist. Mit Hilfe von Herzenssache kann der Verein sein Angebot jetzt erweitern: Einmal im Jahr soll eine pädagogisch begleitete Familienfreizeit dazu beitragen, sich als Familie zu erholen, Strategien zur Alltagsbewältigung zu entwickeln und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Darüber hinaus sollen die Eltern einmal im Monat in einem geschützten Rahmen in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden, während sie die Kinder in einer guten Betreuung wissen. Gemeinsame Ausflüge sollen das soziale Netzwerk unter den Familien stärken und unbeschwerte Eltern-Kind-Erlebnisse ermöglichen.

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