Rottenburg: Kindern neue Perspektiven schenken Mit Selbstvertrauen in eine starke Zukunft!

Dass Arif die Schule besucht, ist für seine Eltern etwas ganz Besonderes. Als Hilfsarbeiter haben sie nie Lesen und Schreiben gelernt. Für Arif wünschen sie sich eine bessere Zukunft.

Kindern neue Perspektiven schenken (Foto: SWR)

Arif ist acht und geht in die dritte Klasse. Als Vierjähriger kam er von Griechenland nach Deutschland, doch Freunde zu finden war zunächst schwer. Für andere Kinder war er der Fremde. Heute wohnt Arif mit Opa, Oma, Mama, Papa und seinen zwei Geschwistern in einer 3-Zimmer-Wohnung in Rottenburg.

Mama und Papa haben aber wenig Zeit und in der Schule läuft's gerade auch nicht so gut. Jeden Freitag besucht Arif die Jungengruppe im Jugendzentrum MOKKA. Hier fühlt Arif sich als vollwertiges Gruppenmitglied. Es wird zusammen gekocht, getobt, geschwommen und immer gelacht. Am liebsten wäre es ihm, wenn jeden Tag Freitag wäre.

Beziehungsarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Jeden Tag stürmen Kinder das Jugendzentrum MOKKA, um dort gemeinsam zu essen, Hausaufgaben zu machen oder an einem der Gruppenangebote teilzunehmen. Herzenssache wird nun ein neues Projekt unterstützen, in dem die Mitarbeiterinnen mit den Kindern an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten. "Jedes Kind bringt Entwicklungspotential mit, das es nur zu wecken gilt", sagt Projektleiterin Catrin Kläger. Für sie spielt die Beziehungsarbeit dabei eine zentrale Rolle.

Zeit für Vertrauensaufbau und intensive Gespräche, dafür fehlt im täglichen Trubel einfach die Zeit. Durch die Anschubfinanzierung von Herzenssache werden mindestens 100 Kinder aus Rottenburg und Umgebung motiviert, mehr aus ihrem Leben zu machen! Ziel soll es sein, die Stadt Rottenburg davon zu überzeugen, das Angebot danach dauerhaft zu unterstützen.

Und so ist das Projekt aufgebaut: In sechs Gruppen sollen Kinder an ihrer Selbstwahrnehmung und ihrem Urvertrauen arbeiten können, zwei davon widmen sich besonders Kindern mit Gewichtsproblemen. Gemeinsame Freizeitaktivitäten sollen positive Erlebnisse schaffen. Außerdem sind Besuche in Vereinen geplant, um die Kinder für Neues zu begeistern und sie in die Ortsgemeinschaft zu integrieren. Die Mitarbeit bei Veranstaltungen und im Jugendbeirat soll die sozialen Kompetenzen fördern. Kindgerechte Besuche bei regionalen Einrichtungen und Firmen (wie Daimler, Ämter, Industrie und Universität) sollen die Kinder für neue Berufsfelder begeistern, an die sie sich sonst vielleicht nicht "rantrauen" würden. Einmal monatlich soll ein Elterncoaching stattfinden, um auch hier die Beziehung zum Jugendzentrum zu stärken.

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