Raus aus der Perspektivlosigkeit

Heidelberg: Offene Werkstatt für Kinder aus dem Notwohngebiet

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Beim Basteln lernt Anas, sich besser zu konzentrieren. Er kommt gerne in den heilpädagogischen Hort. Herzenssache hilft mit der Einrichtung einer Offenen Werkstatt. 

Kind bastelt in Herzenssache-Projekt der Caritas Heidelberg (Foto: Herzenssache)
Herzenssache

Zu Hause ist es für den Siebenjährigen nicht immer ganz einfach, seine Mutter ist alleinerziehend, er hat drei Geschwister und die Familie lebt im Notwohngebiet in einer kleinen Wohnung. Da ist nicht viel Platz, schon gar nicht, wenn es darum geht, sich beim Spielen und Basteln auszubreiten. Anas braucht viel Aufmerksamkeit, denn es fällt ihm schwer, sich zu konzentrieren. Im heilpädagogischen Hort haben sich die Betreuer viel Zeit für den Siebenjährigen genommen und diese Geduld zahlt sich aus: Allmählich taut Anas immer mehr auf und zeigt, was in ihm steckt.

Selbstständigkeit lernen 

Der Caritasverband Heidelberg e.V. bietet den von Obdachlosigkeit bedrohten Familien eine betreute Spielgruppe für die Kleinsten, einen heilpädagogisch orientierten Hort für Schulkinder und eine offene Jugendsozialarbeit. Herzenssache unterstützt die Arbeit dieser zentralen Anlaufstellen für drei Jahre. 
Alle Kinder hier stammen aus sozial benachteiligten Familien. Viele leiden unter Entwicklungs-störungen, einige zeigen bereits ein auffälliges Sozialverhalten. 
Ein Schlüssel für einen Ausweg ist die Erfahrung, durch das eigene Tun selbst etwas bewirken zu können. Dafür sind handwerkliche Tätigkeiten besonders gut geeignet. In den Räumen der Caritas gibt es zwar einen Werkstattraum, doch dieser wird bisher kaum genutzt wird, weil den Mitarbeiter:innen die Zeit, Materialien und das technische Know how dafür fehlen. Mit Unterstützung von Herzenssache kann eine Fachkraft eingestellt werden, die diese Werkstatt belebt und entsprechende Angebote macht.  
Hier sollen die Kinder und Jugendlichen künftig ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ganz praktisch beim Werkeln erleben, dass es auch für sie möglich ist, selbst gesteckte Ziele in kleinen Schritten zu erreichen.  

Dahinter steht auch ein langfristiges Ziel, denn eigenverantwortliches und zielgerechtetes Handeln sind zentrale Kompetenzen, die den Kindern und Jugendlichen helfen sollen, trotz der schwierigen Umstände ihr Leben so gut es geht selbst zu gestalten.  

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