Eine Anlaufstelle per Chat

Südwesten: Hilfe bei Cybermobbing

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Immer mehr Schüler:innen sind von Cybermobbing betroffen. Jeder Vierte hatte deshalb schonmal Suizidgedanken. Herzenssache hilft beim Ausbau einer Chatberatung. 

Typical zur Cybermobbing-Hilfe e.V. (Foto: Roland Kentrup)
Roland Kentrup

Mona* wird aufgrund ihres Aussehens von ihren Mitschüler:innen immer wieder heftig gemobbt sowie von Sport- und Klassenaktivitäten ausgeschlossen. Über eine Whatsapp-Gruppe wurden heftige Beleidigungen über das 13jährige Mädchen geschrieben und verbreitet. Bis sie schließlich ganz aus dieser Gruppe digital ausgeschlossen wird.

„In Folge der Cybermobbing-Attacken hat Mona sich gar nicht mehr in den Unterricht getraut. Sie hatte Angst über ihre Mobbingerfahrungen mit ihren Eltern oder ihrer Klassenlehrerin zu sprechen. In dieser Situation hat sich das aufgelöste Mädchen an uns gewendet.“

*Name geändert

Die Beratung weiter ausbauen 

Gefühle wie Hilflosigkeit und Angst kennt auch der heute 17jährige Gründer von Cybermobbing-Hilfe e.V., Lukas Pohland, der als Zwölfjähriger selbst Online gemobbt wurde. Um anderen zu helfen, gründete er 2018 den Verein Cybermobbing-Hilfe e.V. Die Beratung soll nun mithilfe von Herzenssache weiter ausgebaut werden. Denn Hilflosigkeit und Angst sind erst der Anfang, wenn Kinder und Jugendliche Mobbing im Internet ausgesetzt sind. Nach den Ergebnissen der Cyberlife III-Studie hatte jeder vierte, von Cybermobbing betroffene Schüler, schon mal Suizid-Gedanken. Und gerade jetzt, in der Corona-Pandemie, wo sich ein großer Teil des Lebens online abspielt, ist Mobbing im Internet eine echte Gefahr. 

Gestartet hat Cybermobbing-Hilfe e.V. als Telefonberatung, seit Mai wird auch eine Online-Beratung angeboten. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen können sich auf der Internetseite anmelden und mit geschulten, jugendlichen Peer-Berater*innen chatten. Die Förderung von Herzenssache ermöglicht eine koordinierende Stelle für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland. Diese Fachkraft wird Präventionsmaßnahmen an Schulen anbieten, mit anderen Beratungsstellen im Südwesten vernetzen und ehrenamtliche Peer-Berater*innen gewinnen und koordinieren. 

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