Malende Kinder (Foto: Pexels / Anastasia  Shuraeva)

Nordbaden: Traumatherapie für geflüchtete Kinder

Möglichen Folgestörungen rasch entgegenwirken

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Allein im Landkreis sind Ende April bereits 4.000 Menschen angekommen, gut die Hälfte davon Kinder. Auch sie leiden unter den seelischen Folgen des Krieges. Herzenssache hilft. 

Das Psychosoziale Zentrum Nordbaden (PSZ-Nordbaden) gehört zu den wenigen Einrichtungen für Geflüchtete, die schon seit mehreren Jahren auch traumatisierte Kindern und Jugendlichen versorgen. Dabei reagieren Kinder auf die Schrecken des Krieges ähnlich wie Erwachsene. Auch sie können Depressionen und Angststörungen entwickeln, wenn sie ihre schrecklichen Erlebnisse nicht verarbeiten können.  

Traumatisierte Kinder können nicht warten

Um Kinder mit Kriegstraumata umgehend und umfassend zu entlasten und zu stärken, ermöglicht Herzenssache, dass die Kapazitäten an mehreren Standorten in Nordbaden nach und nach ausgebaut werden. Durch Fördermittel von Herzenssache können Psychotherapeut:innen für Kinder und Jugendliche sowie Sprachmittler:innen eingestellt werden. Dabei setzt das Zentrum auf Fachkräfte aus der Ukraine, die die entsprechenden Qualifikationen mitbringen und für diese Aufgabe geschult werden.  

Deutlich mehr Anfragen 

Im Psychosozialen Zentrum Nordbaden gibt es seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine eine telefonische Anlaufstelle, hier gibt es deutlich mehr Anfragen nach einer Traumatherapie für hier angekommene Kinder- und Jugendliche. Angebote zur Stärkung der psychischen Widerstandskraft, der Resilienz werden aber nicht über das Land oder andere Kostenträger unterstützt, außerdem gibt es ohnehin viel zu wenig Psycho-Therapieplätze für Kinder und Jugendliche. Die Wartelisten bei niedergelassenen Psychotherapeuten sind lang.

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